ISB beteiligt sich an der greenable GmbH aus Kaiserslautern

Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) beteiligt sich über ihre Tochtergesellschaft, die VcW Venture Capital Westpfalz Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH und die Wagnisfinanzierungsgesellschaft für Technologieförderung in Rheinland-Pfalz mbH (WFT) aus Mitteln des Innovationsfonds Rheinland-Pfalz, an der greenable GmbH aus Kaiserslautern. Beim Innovationsfonds Rheinland-Pfalz handelt es sich um eine Fördermaßnahme des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau. Der Fonds wurde mitfinanziert durch die Europäische Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Das Start-up greenable hat die Mission den produzierenden Mittelstand zu befähigen den CO2-Fußabdruck ihrer Produkte zu erfassen, offenzulegen und zu reduzieren. Dazu entwickelt greenable eine innovative Software zur einfachen Berechnung des Product Carbon Footprint und schafft somit Transparenz über die Emissionskategorien (Scope 1-3). Zudem gewinnt der Kunde wertvolle Einblicke in die eigenen CO2-Emissionen, kann diese analysieren und verbessern. Durch die einfache, schnelle und vertrauenswürdige Bilanzierung erhalten Kunden präzise Werte. Zusätzlich werden Datenlücken durch angebundene Datenbanken geschlossen. Zielgruppe sind produzierende kleine und mittlere Unternehmen aus der Automobil-, Verpackungs-, und Kunststoffbranche. „Wir freuen uns sehr die ISB bei uns ab sofort als starken Partner und Gesellschafter mit an Bord zu haben. Das Netzwerk und Know-How im Bereich Finanzierung und Wagniskapital wird uns bei unseren nächsten Schritten enorm weiterhelfen“, sagt Geschäftsführer Patrick Kölsch, der das Start-up gemeinsam mit Lucas Hartmann, Viktor Schiller und Alexander David gründete. „Die greenable GmbH kann mit ihrer Software wertvolle Hinweise zum Einsparen von CO2-Emissionen liefern und damit einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten. Wir freuen uns sehr, das Unternehmen ab sofort zu unserem Portfolio zählen zu können“, erklärt Mike Walber, Leiter des Bereichs Venture Capital der ISB. Pressemitteilung Foto: © Alex Sell

Juniorprofessorin Dr.-Ing. Clarissa Schönecker erhält Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis gilt als die wichtigste Auszeichnung in Deutschland für Forschende in der Aufbauphase ihrer Karriere. Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Ende Juni bekanntgab, zählt Juniorprofessorin Dr.-Ing Clarissa Schönecker, die das Fachgebiet für Mikrofluidmechanik an der RPTU leitet, dieses Jahr zu den auserwählten Preisträgerinnen und Preisträgern. Auf sich aufmerksam gemacht hat die Ingenieurin mit ihrer Forschungsexpertise zur Strömungsmechanik in miniaturisierten Systemen. Der Preis, der Mitte Oktober offiziell verliehen wird, ist erstmals mit 200.000 Euro dotiert. Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis soll Nachwuchsforschende, die noch keine unbefristete Professur innehaben, darin unterstützen, ihre wissenschaftliche Laufbahn weiterzuverfolgen, so kommuniziert es die DFG. Gewürdigt wird dabei insbesondere, ob die Nachwuchsforschenden im Anschluss an ihre Doktorarbeit bereits ein eigenständiges wissenschaftliches Profil entwickelt haben und mit ihren Forschungsergebnissen die Fachcommunity bereichern. Clarissa Schönecker hat sich mit wegweisender Grundlagenforschung zur Strömungsmechanik in miniaturisierten Systemen Anerkennung verschafft. Die Ingenieurin untersucht, wie Strömungen in der Nähe von Oberflächen funktionieren und was in dieser Kontaktzone passiert – mit dem Ziel, Prozesse effizienter, etwa weniger energieaufwändig, zu machen. Dabei unterliegen miniaturisierte System besonderen physikalischen Gesetzen. Ein Beispiel: Je kleiner eine Rohrleitung ist, desto größer ist die Oberfläche im Verhältnis zum Innenraum. Dadurch wirken sich auch Oberflächeneffekte wie etwa Reibung stärker aus. „Was meine Forschung außergewöhnlich macht: Im Zusammenspiel von Strömungen und Oberflächen spielen viele unterschiedliche Phänomene eine Rolle“, sagt die Ingenieurin. „Zuzüglich zu den eigentlichen Strömungseffekten können elektrische, elastische, optische, chemische oder auch Wärmeeffekte auftreten. Dadurch ist die Anwendungsbreite enorm.” Ihre Forschungsarbeit erhält durch die Auszeichnung zusätzlichen Schwung. Die Universitätsleitung der RPTU freut sich mit der Wissenschaftlerin: „Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis ist eine besondere Auszeichnung für individuelle Forschungsexzellenz, zu der ich Frau Jun.-Professorin Clarissa Schönecker ganz herzlich gratuliere. Ich bin überzeugt, dass dies ihrer wissenschaftlichen Karriere und auch ihrem vielseitigen Forschungsgebiet einen zusätzlichen Impuls verleiht“, sagt Prof. Dr. Arndt Poetzsch-Heffter, Präsident der RPTU in Kaiserslautern. Prof. Dr. Werner R. Thiel, Vizepräsident für Forschung der RPTU in Kaiserslautern und dabei zuständig für wissenschaftlich Nachwuchs, fügt hinzu: „Engagierter und erfolgreicher wissenschaftlicher Nachwuchs ist eine große Bereicherung für Forschung und Lehre an der RPTU. Deswegen finden Nachwuchsforschende bei uns eine Infrastruktur vor, die sie vom ersten Karriereschritt an unterstützt. Im TU-Nachwuchsring bieten wir etwa eine Anschubfinanzierung für Projekte oder eine Mobilitätsförderung, die die Bezuschussung von Tagungsgreisen oder Forschungsaufenthalten ermöglicht. Von beiden Förderlinien hat auch Frau Schönecker profitiert, der ich herzlich zu dieser hochdotierten Auszeichnung gratuliere.“ Antriebe in Mikrosystemen entwickeln Ihr wissenschaftliches Profil zu schärfen, ist der Ingenieurin nicht zuletzt durch die Aufnahme in das Emmy Noether-Programm der DFG gelungen. Im daraus resultierenden Projekt untersucht die Wissenschaftlerin mit ihrem Team, ob und wie sich auf Miniaturebene mithilfe von Licht bzw. Abwärme gerichtete Bewegungen in Flüssigkeiten erzeugen lassen. Ziel der Forschungsarbeit ist es, die Grundlagen für Antriebe in Mikrosystemen zu schaffen. In ihrer Forschung nutzen Schönecker und ihre Arbeitsgruppe unter anderem spezielle Strukturen mit sogenannten superhydrophoben (flüssigkeitsabweisenden) Oberflächen. Im Rahmen des Emmy Noether-Projektes wird eine Variante dieser Oberflächen entwickelt, welche zugeführte Wärme so verteilet, dass sich die Flüssigkeit in Bewegung setzt. Die Strömungsbewegung entsteht, indem der Temperaturgradient die Oberflächenspannung der Flüssigkeit verändert und eine Zugwirkung auftritt. Alternativen zu Oberflächenbeschichtungen finden Die superhydrophoben Oberflächen, die die Reibung von Strömungen mindern, standen jüngst auch im Fokus der Auszeichnung mit dem Nachhaltigkeitspreis der Gesellschaft für angewandte Mathematik und Mechanik (GAMM). Die zugrundeliegenden Forschungsarbeiten hat die Ingenieurin zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachbereich Physik der RPTU und dem Photonik-Zentrum Kaiserslautern e.V. durchgeführt. Was die Untersuchungen zu flüssigkeitsabweisenden Oberflächen in punkto Nachhaltigkeit leisten: Schönecker und ihre Forscherkollegen haben hierfür ein neuartiges Konzept vorgelegt, das die Funktionalität dieser Oberflächen stabiler macht, so dass die reibungsmindernden, und damit energieeinsparenden, Effekte besser ausgenutzt werden können. Zusätzlich ist es damit möglich, auf ungünstige Oberflächenbeschichtungen wie z.B. PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) zu verzichten, die im Verdacht stehen, sich negativ auf Menschen und Umwelt auszuwirken. „Insbesondere haben wir im Projekt analytische Modelle entwickelt, mit denen sich exakt beschreiben lässt, was passiert, wenn entsprechend mikrostrukturierte Oberflächen überströmt werden. Damit stehen nun leistungsstarke Werkzeuge zur Verfügung, um die Geometrie dieser Oberflächen zu bewerten, zu verstehen, sie zu optimieren und um sie energieeffizienter zu machen“, erklärt die Ingenieurin. Zur Person Clarissa Schönecker studierte zunächst Maschinenbau und Verfahrenstechnik an der ehemaligen TU Kaiserslautern und absolvierte nachfolgend den Studiengang „Allgemeiner Maschinenbau“ an der Technische Universität Darmstadt. 2013 schloss sie ihre Promotion zum Thema „Flow Phenomena at Microstructured Surfaces“ mit Auszeichnung ab. Es folgten Forschungstätigkeiten am Center of Smart Interfaces der TU Darmstadt und am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz. Ein Postdoc-Aufenthalt an der Princeton University, USA, in 2015 und 2016 vertiefte ihre wissenschaftliche Expertise in der Strömungsmechanik. 2017 folgte die Ingenieurin dann dem Ruf an die TU Kaiserslautern, wo sie als Juniorprofessorin eigenständig das Fachgebiet für Mikrofluidmechanik (Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik) leitet und darin auch durch das Emmy Noether-Programm der DFG unterstützt wird. Pressemitteilung

Aktiv in Forschung und Gesellschaft

Sparkasse Kaiserslautern ehrt RPTU-Absolventen Sieben Absolventen der Universität Kaiserslautern sind in diesem Jahr von der Sparkassen-Stiftung für die Technische Universität Kaiserslautern für ihre Leistungen ausgezeichnet worden. Bei der 39. Preisverleihung im gut besuchten Deutschordensaal zollte Hartmut Rohden, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kaiserslautern, den Preisträgern für deren „herausragenden Leistungen hohe Anerkennung“. Die Sparkasse Kaiserslautern freue sich, „dass wir Sie würdigen können“, sagte Rohden an die Preisträger gerichtet. „Dass Sie nicht nur wissenschaftlich aktiv sind, sondern auch gesellschaftlich – das fördert den Gemeinschaftssinn!“, rief er den Absolventen zu. Mit dem Stiftungspreis ausgezeichnet zu sein, werde öffentlich wahrgenommen und helfe bei etwaigen Bewerbungen oder gar Unternehmensgründungen, versicherte er. Den Preisträgern gratulierte Kreisbeigeordneter Dr. Walter Altherr als Vertreter des Stiftungskuratoriums. Er wünschte der heutigen universitären Gemeinschaft statt einer drohenden anonymen Denkfabrik „lebendige, persönliche Beziehungen zwischen Lehrenden und Studierenden“ und erinnerte dabei an eigene Universitätserlebnisse. Kaiserslauterns Stadtbeigeordnete Anja Pfeiffer unterstrich die Bedeutung der seit Jahresanfang in Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau umbenannte ehemalige TU für die Stadt und die gesamte Region. RPTU-Co-Präsident Professor Dr. Arnd Poetzsch-Heffter bekräftigte die Einheit von Forschung und Lehre an beiden Standorten. Professor Dr. Werner Thiel, Vizepräsident für Forschung und Technologie der RPTU, sagte, die Preisverleihung durch die Stiftung sei eine große Auszeichnung. „Die vielen guten Ideen der vorgelegten Abschlussarbeiten geben einen guten Überblick über das, was wir zu leisten vermögen“, sagte Thiel anerkennend und verwies zugleich auf die Künstliche Intelligenz (KI), die die wissenschaftliche Forschung weltweit und auch die RPTU stark beeinflusse. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung im Deutschordensaal vom mehrfach bundesweit prämierten Fabian Gaspard, der Gitarrenschüler an der Kreismusikschule Kaiserslautern ist. In diesem Jahr hat das Stiftungskuratorium fünf Masterarbeiten, eine Diplomarbeit und eine Bachelorarbeit für preiswürdig befunden und mit jeweils 350 Euro und je einer Urkunde bedacht. Die Stiftung wurde 1984 gegründet und verfügt über ein Kapital von 250.000 Euro, aus dem jährlich Innovationen in Wissenschaft und Forschung an der Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau gefördert werden. Besonderes Augenmerk haben dabei Forschungsprojekte, die der heimischen Industrie und Wirtschaft dienen. Bislang wurden insgesamt seit Bestehen der Stiftung rund 255.000 Euro an Preisgeld ausgereicht. Felix Sonnenberg (Fachbereich Architektur) zeigte in seiner Masterarbeit, wie ein Hochhaus in Frankfurt, das Kulturzwecken dienen soll, komplett mit nachhaltigen Baustoffen errichtet werden könnte. Diese Arbeit habe bundesweit Aufsehen erregt und Sonnenberg einen Job bei einem Berliner Stararchitekten eingebracht, sagte Betreuer Prof. Dirk Bayer. Marisa Franziska Jakobs (Fachbereich Chemie) aus Worms konnte in ihrer Masterarbeit Werkzeuge modifizieren, mit denen man das chemische Element Zink nachweisen kann, indem man es durch Leuchten visualisiert. Betreuerin Prof. Dr. Sabine Becker erläuterte die Arbeit und verwies auf die Bedeutung. Tania Jacob (Fachbereich Informatik) beschäftigte sich in ihrer Masterarbeit mit dem Problem, Anomalien in Zeitserien möglichst früh zu erkennen und noch bevor diese auftreten. Dadurch würden z.B. datenfundierte Abläufe in Kraftwerken oder in der Finanzwelt sicherer werden, erläuterte Dr. Philipp Liznerski, der Betreuer Prof. Dr. Marius Kloft vertrat. Marco Hoffmann (Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik) aus Frankenthal erarbeitete in seiner Diplomarbeit eine Methode, mit der Löslichkeit von Gasen in Flüssigkeiten besser vorausgesagt werden kann und setzte dabei insbesondere auf maschinelles Lernen, wie Betreuer Jun.-Prof. Dr.-Ing. Maximilian Kohns verdeutlichte. Nikolas Longen (Fachbereich Physik) entwickelte und baute für seine Masterarbeit theoretische und praktische Modelle, die zeigen, wie der Strömungswiderstand auf Oberflächen verringert werden kann und sich so ein erhebliches Kostensparpotenzial z.B. beim Pumpenbetrieb ergibt, wie Betreuer Prof. Dr. Egbert Oesterschulze erläuterte. Jonas Engel (Fachbereich Raum- und Umweltplanung) hat in seiner Masterarbeit eine Strategie entwickelt, mit deren Hilfe Potenzialflächen für Photovoltaikanlagen ermittelt werden können, was ihm ein Auftrag der Metropolregion Rhein-Neckar einbrachte, wie Betreuerin Dr.-Ing. Swantje Grotheer hervorhob. Yannik Gabelmann (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften) verglich in seiner Bachelorarbeit Vorhersage-Modelle für sog. Marktrisikoprämien und konnte nachweisen, dass der Einsatz von maschinellem Lernen deutlich bessere Resultate hervorbringe, wie Betreuer Prof. Dr. Vitor Azevedo beschrieb. Foto (v.li.): Hartmut Rohden (stellv. Vorstandsvorsitzender Sparkasse Kaiserslautern), Nikolas Longen, Dr. Walter Altherr (Kreisbeigeordneter), Jonas Engel, Marisa Jakobs, Professor Dr. Werner Thiel, Yannik Gabelmann, RPTU-Co-Präsident Professor Dr. Arnd Poetzsch-Heffter, Marco Hoffmann. Es fehlen auf dem Bild Tania Jacob, die sich in Australien aufhält und Felix Sonneberg, der sich per Videobotschaft meldete.

20 Jahre RRLab

Der Lehrstuhl Robotersysteme (RRLab) wurde von Prof. Dr. Karsten Berns an der Rheinland-Pfälzisch Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) im April 2003 gegründet. Forschungsschwerpunkte sind die Realisierung von komplexen autonomen Robotersystemen wie z. B. radgetriebenen Indoor- und Outdoorfahrzeugen sowie Kletterrobotern. Auf dem Gebiet der Humanoiden Roboter wird die Mensch-Roboter-Interaktion studiert, wie auch zweibeiniges Laufen. Zur Koordinierung von komplexen Robotersystemen werden biologisch motivierte Ansätze auf der Ebene der Algorithmen sowie der allgemeinen Steuerungsarchitektur verfolgt. Die Entwicklung von aufwendigen Maschinen erfordert spezifische Design- und Umsetzungsstrategien für große Hardware- / Software-Baugruppen. In diesem Zusammenhang studieren die Mitglieder des Lehrstuhls innovative Computerarchitekturen und elektronische Konzepte. Darüber hinaus entwickeln und verbessern die Forscher des Labors kontinuierlich Werkzeuge für die angemessene Unterstützung des Entwicklungsprozesses über den gesamten Lebenszyklus von Robotersystemen. Das Labor war und ist in zahlreichen geförderten Projekten (BMBF, EU, …) beteiligt und hat Kooperationen mit verschiedenen Partnern aus der Industrie (Volvo, John Deere, …). Darüber hinaus ist der Lehrstuhl Mitglied des Zentrums für Nutzfahrzeugtechnik. Zum Lehrstuhl Robotersysteme

Auszeichnung für herausragende Innovation

Ranga Yogeshwar gratuliert Wipotec zur Auszeichnung mit dem TOP 100-Siegel. Die Preisverleihung im Rahmen des Deutschen Mittelstands-Summit hat am Freitag, 23. Juni, in Augsburg für alle Mittelständler stattgefunden, die am Jahresanfang das TOP 100-Siegel erhalten haben. Der Wissenschaftsjournalist begleitet den zum 30. Mal ausgetragenen Innovationswettbewerb als Mentor. In dem wissenschaftlichen Auswahlverfahren beeindruckte Wipotec in der Größenklasse C (mehr als 200 Mitarbeiter) besonders in den Kategorien „Innovationsklima“ und „Außenorientierung / Open Innovation“. Bereits zum zweiten Mal zählt Wipotec nun zu den Top-Innovatoren. In dem anlässlich der Auszeichnung veröffentlichten TOP 100-Unternehmensporträt heißt es (Auszug): Wiegen, drucken, inspizieren und Fremdkörper detektieren – diese und weitere Aufgaben erledigen die Maschinen von Wipotec für unterschiedliche Kunden auf der ganzen Welt. Ob es nun um die optische Nachverfolgung und automatische Ausschleusung von Fremdkörpern aus einem Haufen von Sonnenblumenkernen auf dem Förderband geht oder um den Röntgenblick in die Pizzaverpackung: „Geht nicht gibt‘s nicht“ lautet das Motto des Teams. Um jede Aufgabe auf technologisch höchstem Niveau erledigen zu können, setzt der Mittelständler dabei auf Open Innovation. So öffnet er seinen Innovationsprozess immer wieder für Partner und Universitäten. „Wir treffen regelmäßig Kooperationsvereinbarungen und kommen damit deutlich schneller und besser ans Ziel“, sagt Geschäftsführer Theo Düppre. Passend und doch mit hoher Geschwindigkeit entwickeln – dieses Ziel erreicht das Unternehmen zudem auch mit einem effizienten Prozess, der auf einem modularen Baukastensystem aufbaut. Auf diesem Weg entstehen regelmäßig hochkomplexe Innovationen. Wipotec hält mehr als 600 Patente. Pressemitteilung

Künstliche Intelligenz unterstützt bei Verfolgung von Abrechnungsbetrug in der Pflege

Projekt »PflegeForensik« gehen Forschende des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern gemeinsam mit der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und dem Kommissariat für Wirtschaftskriminalität der Polizeidirektion Leipzig mithilfe von KI gezielt gegen Abrechnungsbetrug im Pflegedienst vor. Die Arbeiten wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm »Forschung für die zivile Sicherheit« gefördert. Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen verursacht jährlich Schäden von mehreren Milliarden Euro. Durch die Digitalisierung von Prozessen ergeben sich neue Möglichkeiten, Betrug systematisch zu entdecken – sei es in der Pflege, in Krankenhäusern oder der öffentlichen Verwaltung. Im Projekt »PflegeForensik« entwickeln die Projektbeteiligten seit 2021 eine Softwarelösung, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) bei den Ermittlungen unterstützt sowie bei Arbeiten, die früher rein manuell durchgeführt wurden. Algorithmen auf der Suche nach Auffälligkeiten Im Fokus des Projekts standen zunächst die Algorithmen zum automatischen Einlesen und intelligenten Auswerten der Papierberge. Denn fast jeder Pflegedienst hat seine eigenen, unterschiedlich aufgebauten Papierdokumente, die oft nur analog vorliegen und sogar handschriftliche Elemente beinhalten. Das automatisierte Prüfen hiervon stellte die Beteiligten vor eine echte Herausforderung. »Diese verschiedenen Dokumente werden manuell in Tabellen übertragen und geprüft. Das ist mühsame Fleißarbeit. Mit Bildverarbeitung beschleunigen wir diesen Prozess«, erklärt Dr. Henrike Stephani, stellvertretende Leiterin der Abteilung »Bildverarbeitung« am Fraunhofer ITWM. »Sowohl die Dokumentenstruktur lässt sich mit unseren Algorithmen erfassen als auch die Inhalte. Beispielsweise finden sie Unterschriften und ordnen sie den richtigen Personen zu.« Gleichzeitig sind Touren- und Dienstpläne die Planungsbasis von Pflegediensten. Diese mit den Abrechnungsdaten zu vergleichen, kann Hinweise auf Betrugsfälle liefern. »Eine Auffälligkeit besteht zum Beispiel darin, dass viele Leistungen abgerechnet werden, aber der Tourenplan nur einen kurzen Einsatz listet. Solche Besonderheiten müssen wir automatisiert finden«, ergänzt Dr. Elisabeth Leoff. Sie ist Projektleiterin und stellvertretende Leiterin der Abteilung »Finanzmathematik« beim Fraunhofer ITWM. »Unsere KI wird den Menschen im Prozess zukünftig natürlich nicht ersetzen, aber erheblich unterstützen«. KI wird erst durch aufwändiges Training intelligent Um diese Auffälligkeiten zu finden und digital auszuwerten, haben die Forschenden gemeinsam mit den Anwender:innen typische Ermittlungen in mathematische Modelle übersetzt. Hier hat das Team realistische Szenarien erstellt und die dazugehörigen Auswertungen durchgespielt. Zum Trainieren der KI-Algorithmen wurde vom ITWM-Team und der Polizeidirektion Leipzig mit großem Aufwand Datenannotation betrieben. Das heißt: Mehrere hundert Dokumente sind zunächst anonymisiert, und dann mit Eigenschaften manuell markiert worden, um den Algorithmus intelligent zu gestalten. Auf Basis dessen wird programmiert und auch in Zukunft immer wieder mit Daten getestet und nachgebessert. PflegeForensik-Demonstrator auf dem Prüfstand »Unsere Ergebnisse zeigen gute Fortschritte auf dem Weg zu einer Software, die die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden vereinfacht, aber auch von Versicherungen zur Prüfung der Abrechnungsunterlagen eingesetzt werden kann«, berichtet Leoff. »In der letzten Projektphase haben wir den Demonstrator weiter auf Echtdaten getestet.« Ende April 2023 fand dazu ein Workshop in Berlin statt. Die Teilnehmenden aus den Reihen der Strafverfolgungsbehörden, Justiz und Krankenkassen probierten den Software-Demonstrator direkt vor Ort aus. »Das erfreuliche Ergebnis des interdisziplinären Forschungsprojektes zeigt sehr deutlich, dass die Strafverfolgung im Bereich des Abrechnungsbetrugs in der Pflegebranche beschleunigt und effektiver ausgestaltet werden kann. Die große Herausforderung besteht nun darin, die Ergebnisse dieses erfolgreichen Forschungsprojektes in die Praxis zu überführen«, so Generalstaatsanwalt Martin Uebele. Das Projekt endet im Juni 2023. Im nächsten Schritt heißt es im Idealfall »vom Prototypen zur Produktivsoftware«, die möglichst einfach zu bedienen ist und gleichzeitig gerichtsfeste Ergebnisse liefert. Das Team ist zuversichtlich und freut sich auf die Kontaktaufnahme weiterer Projektpartner. Zum Projekt »PflegeForensik« Pressemitteilung und Bild zum Download

Systemischer KI-Ansatz – Feierliche Eröffnung des DFKI Labors in Darmstadt

Seit März letzten Jahres stärkt das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) die KI-Grundlagenforschung mit dem DFKI-Labor Darmstadt. Eingebettet in das hessische KI-Ökosystem kombinieren die drei neuen Forschungsbereiche systemische KI-Ansätze zu neuen Impulsen für Wirtschaft und Gesellschaft. Im Beisein zahlreicher Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft fand am 23.03.2023 die feierliche Eröffnung in Darmstadt statt. Technologie-Demonstrationen, Impulsvorträge und ein Podiumsgespräch fungierten mit zahlreichen Grußworten als Höhepunkte der Feierlichkeit.   Mehr Informationen unter DFKI

Fraunhofer ITWM auf der E-world energy & water 2023

Kaum ein Thema wird derzeit mehr diskutiert: die Energiewende. Ihren Herausforderungen haben sich auch Forschende des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern verschrieben und entwickeln bereits seit Jahren innovative Methoden und Modelle für die Energiebranche. Vom 23. bis 25. Mai 2023 stellen die Forschenden verschiedene Energie-Projekte auf der Leitmesse E-world in Essen vor. Ressourcen-optimierte Produktion Jede Produktionsanlage lässt sich auf vielerlei Weisen optimieren. Hierauf konzentrieren sich auch die Forschenden der Abteilung »Systemanalyse, Prognose und Regelung«. Sie entwickeln eine Künstliche Intelligenz (KI), die für eine nachhaltige Produktion sowie eine intelligente Energieerzeugung und -verteilung sorgen. So ermitteln sie, wie sich der Energiebedarf abhängig von Produktionsschritten und Betriebspunkten der Anlagen verändert. Ziel dabei ist es, den Energiebedarf vorrauschauend planen und optimal steuern zu können. Dabei berücksichtigen die Forschenden aber stets verschiedene weitere produktionsrelevante Zielgrößen: Produktqualität und Durchsatz, Energienutzung, Einsatz der verwendeten Rohstoffe sowie Zustand und Verfügbarkeit der Produktionsanlagen. Die entwickelten Verfahren führen zu einem nachhaltigen, ressourceneffizienteren Anlagenbetrieb. Künstliche Intelligenz im Schaltschrank Das Leistungsspektrum der Technologien umfasst so die Herleitung, Adaption und Implementierung der Algorithmen bis zur Auswahl und Integration von Hard- und Software im Schaltschrank. Dabei spielt Predictive Maintenance, also das Verringern von Ausfallzeiten und das Maximieren von Verfügbarkeiten von Anlagen durch Machine Learning, eine große Rolle. Das Fraunhofer ITWM erstellte hierzu eine KI, die mit Hilfe von smarten Sensordaten und Digitalen Zwillingen hilft, Stillstände zu vermeiden und Ausfallzeiten geringzuhalten, Wartungen kostenoptimal zu planen sowie Energie- und Produktionskosten bei optimaler Qualität zu senken. Auf der E-world zeigen die Forschenden mit einem Demonstrator, wie sich diese KI in den Schaltschrank von Maschinen und Anlagen installieren lässt. Intelligente Produktion in der Getränkeindustrie Ein Beispiel für diese Technologie ist das Projekt DESPRIMA (Demand-Side- und Produktionsmanagement für Getränkeabfüllprozesse). Hier ermöglicht nämlich ein smartes Energiemanagement die Bereitstellung von Produktionsflexibilitäten zur Netzstabilisierung. Die Forschenden entwickelten eine Modellbibliothek, deren Komponenten das Spritzgießen der Flaschenrohlinge sowie den gesamten Getränkeabfüllprozess abbilden – im Hinblick auf Energieverbrauch, Anlagenperformance und Robustheit bezüglich aller Stellgrößen. Flexibel also beeinflussen Stromkunden den eigenen Verbrauch, um auf Anfrage des Netzbetreibers die schwankende Stromerzeugung aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen auszugleichen und so seine Stromkosten zu senken. Flexible Lasten am Energiemarkt Auch die Abteilung »Finanzmathematik« des Fraunhofer ITWM ist vor Ort und präsentiert einige ihrer Projekte. Ihr Fokus in der Energieforschung liegt auf der Flexibilität von Lasten am Energiemarkt, also der Entwicklung neuer Algorithmen. So zum Beispiel im vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekt EnerQuant. Die Forschenden entwickeln hier Algorithmen für Qubit-basierte Quantencomputer und Quantensimulatoren zur Lösung eines energiewirtschaftlichen Fundamentalmodells mit stochastischen Einflussgrößen. Ebenso zeigt das Fraunhofer ITWM das vom Bundesbildungsministerium geförderte Projekt ENets. Hier erstellt das Team mathematische Prognosemodelle, wie sich der Strombedarf im Jahresverlauf entwickelt, um das Stromnetz der Zukunft optimal zu gestalten. Die Forschenden der Abteilungen »Systemanalyse, Prognose und Regelung« und »Finanzmathematik« des Fraunhofer ITWM stellen diese und weitere Projekte ab 23. Mai in der Messe Essen in Halle 5, Standnummer 040 / 054, vor.  Mehr Informationen unter Fraunhofer ITWM Pressemeldung zum Download als PDF [ PDF  0,21 MB ]  Bild zum Download: KI im Handformat: Der intelligente Mikrocontroller des Fraunhofer ITWM [ JPG  0,21 MB ]

#HM23: Finalistenpreis des Factory Innovation Awards geht ans Fraunhofer IESE

Die Hannover Messe 2023 hatte dieses Jahr einiges zu bieten. Zu den Highlights der internationalen Industriemesse zählte für das Fraunhofer IESE diesmal u. a. der Erhalt des Finalistenawards im Rahmen der Factory Innovation Awards in in der Rubrik »Digitale Transformation der Fabrik«. Frank Schnicke (Expert »Industrie 4.0 System Architectures«, Fraunhofer IESE), nahm den Preis während einer feierlichen Verleihung im Namen des Software-Institutes entgegen. Ausgelobt wurde die Auszeichnung vom Zentrum Industrie 4.0 Potsdam und dem GITO Verlag. Mehr Informationen unter Fraunhofer IESE

das Handbuch Sharing Economy 

Teilen und davon profitieren – wie’s geht zeigt das Handbuch Sharing Economy  Die Sharing Economy stellt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine einmalige Chance dar, ungenutztes Potenzial auszuschöpfenund langfristig auch international höchst konkurrenzfähig zu bleiben. Genau damit beschäftigt sich der dritte und letzte Teil der Handbuchreihe des Mittelstand-Digital Zentrums Kaiserslautern. Das Handbuch zeigt Ihnen, wieso Sie sich mit der Idee des Teilens beschäftigen müssen und gibt Ihnen konkrete Handlungsempfehlungen, wie Sie die Sharing Economy nutzen und von dieser profitieren können. Entstanden ist das Handbuch in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Innovations- und Technologie Management (iTM) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).   Wer mit Sharing Economy nur Plattformen für das Teilen von Autos, Wohnungen oder Werkzeugen verbindet, übersieht die Chancen, die eine Übertragung der Idee in die Produktion mit sich bringt. Gerade mittelständische Unternehmen sollten die Chancen der Sharing Economy nicht verschlafen, da sie zu geringeren Investitionskosten, einer höheren Auslastung und neuen Geschäftsmodellen führen können. In Zeiten steigender Rohstoff- und Energiepreise müssen KMU Wege finden, ihre Ressourcen nachhaltig und effizient einzusetzen. Die Sharing Economy kann eine Möglichkeit sein, genau das zu tun und darüber hinaus monetär zu profitieren. Das Handbuch Sharing Economy richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen des produzierenden Gewerbes und des Handwerks. Sie brauchen keinerlei Vorkenntnisse, sondern können sich durch die beschriebenen praxisnahen Beispiele Stück für Stück der Sharing Economy nähern. So erfahren Sie ganz konkret, wie Sie mit Sharing Economy in Ihrem Unternehmen beginnen können. Nach einer kompakten Einführung und Definition, welche Formen Sharing Economy annehmen kann, und einigen Beispielen von funktionierenden Sharing-Modellen aus der Praxis, bildet der Handlungsleitfaden mit Do’s und Dont’s das Kernstück des Handbuchs. Die im Handbuch entwickelte Ampel zeigt die Vorbehalte und Herausforderungen bei der Einführung von Sharing Economy auf, beschäftigt sich mit Entscheidungen und Fragestellungen und gibt anschauliche Hands-On-Tipps. „In Zukunft werden KMU auf jeden Fall mit den Themen Sharing Economy und Shared Production konfrontiert werden. Eine geschickte und frühzeitige Positionierung auf den entstehenden Sharing-Plattformen und digitalen Ökosystemen kann da einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bedeuten. Mit unserem Handbuch machen wir Sie fit dafür!“, beschreibt Co-Autor Christian Vollmer den großen Nutzen des Handbuchs für KMU. Zum Handbuch